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Kreis Herford ist IMEG Pilotkommune

Christian Dahm informiert sich über Portal zum Schutz von Einsatzkräften

Ein Klick und die Meldung ist gemacht! „Ich freue mich sehr, dass der Kreis Herford jetzt Pilotkommune für IMEG ist“, sagt Christian Dahm. IMEG ist das innovative Melde- und Erfassungssystem für Gewaltübergriffe auf Einsatzkräfte des Rettungsdienstes und der Feuerwehr.

Christian Dahm hatte sich beim Kreis Herford über das Programm informiert:

„Die Meldung, egal ob körperliche oder verbale Gewalt vorliegt, läuft jetzt ganz unbürokratisch über ein Tablet, das eh bei jedem Einsatz dabei ist und kann auch anonymisiert gemacht werden. Die Hemmschwelle überhaupt über einen Vorfall zu berichten, ist jetzt nicht mehr so groß! Nach Eingang der Meldung bei der Leitstelle, wird ein sogenannter Kümmerer eingeschaltet, der im Zweifel auch eine Strafanzeige stellen kann. Auf diese Weise wird der Fall von vorne bis hinten dokumentiert. Das Neue ist, dass hier ein anderer aktiv wird und sich kümmert, während man selbst vielleicht gar nicht in der Lage ist.

Bei uns im ländlichen Bereich kommt es auch hin und wieder zu Übergriffen auf Einsatzkräfte – und jeder ist einer zu viel !

Ich habe mich ganz bewusst beim Kreis Herford darüber informiert, wie dieses System läuft. Wir haben das Projekt seit 2019 auf Landesebene auf der Agenda. Ein breites Bündnis der demokratischen Parteien hat sich für das Portal ausgesprochen. Bei uns im Kreis wurde IMEG Mitte Februar „scharf gestellt.“ Ich freue mich sehr, dass der Kreis Herford unter den 12 Pilotstädten/kreisen ist. Es ist wichtig, dass es so ein niedrigschwelliges Angebot gibt und das Thema im Kreis Herford zur Chefsache gemacht wurde.

Auch aus meiner Arbeit als Polizist ist es mir ein Anliegen unsere Rettungskräfte im Einsatz besser zu schützen. Jeder Angriff ist auch ein Angriff auf Staat und Demokratie.“

Das Pilotprojekt ist auf 2 Jahre angelegt. Erste gute Erfahrungen wurden bereits gemacht.

In diesem Zusammenhang werden auch weitere Maßnahmen und Instrumente thematisiert, die der Kreis Herford zum Schutz und zur Unterstützung der Einsatzkräfte im Kreis einsetzt. Hierzu zählen etwa die Teams der Psychosozialen Unterstützung für Einsatzkräfte – die sogenannten PSU-Teams. Diese helfen Einsatzkräften auf professionelle Art und Weise dabei, belastende Eindrücke zu verarbeiten.

PSU ist einzigartig in OWL und hat 30 Mitglieder, die aus dem Feuerwehr und Rettungsdienst kommen. „Im Prinzip handelt es sich um eine Notfallseelsorge von Einsatzkräften für Einsatzkräfte“, resümiert Dahm.

Zudem führt der Kreis in Kooperation mit der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung (HSPV) Bielefeld sowie der Universität Bielefeld eine Studie zur verbalen Gewalt gegenüber Einsatzkräften durch. So sollen detaillierte und fundierte Erkenntnisse gewonnen und darauf aufbauend noch gezieltere Präventionsmaßnahmen getroffen werden. Dahm sagt: „Die drei Projekte ergänzen sich hervorragend und führen zu mehr Schutz und Sicherheit bei unseren Rettungskräften.“

An dem Pressetermin nahmen teil:

Dr. Steffen Grautoff (Ärztlicher Leiter Rettungsdienst), Markus Altenhöner (Kreisdirektor und Dezernent für Sicherheit und Ordnung), Christian Obrok, Christian Dahm (MdL), Philipp Bicknese (IMEG-Koordinator), Bernd Kröger (Kreisbrandmeister)

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