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Kleine Anfrage zu Rodungsmaßnahme auf der A2 wirft weitere Fragen auf

Christian Dahm: Das Land hat keinen Überblick über die Situation

Die Rodungsmaßnahmen an der A2 bei Vlotho hatten vor gut vier Wochen für Aufsehen gesorgt.

Es sollte ein etwa zwei Hektar großer Mischwald gerodet werden, ein gewachsener Baumbestand, mit Buchen und Birken, die über 25 Jahre alt sind.

Nur nach einigen Protesten konnte die Rodung gestoppt werden.

Der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Christian Dahm, erkundigte sich daraufhin in einer Kleinen Anfrage bei der Landesregierung nach den Maßnahmen. Die Antwort aus dem Verkehrsministerium liegt nun vor, stimmt Dahm aber wenig zufrieden:

„Dem Land fehlt hier komplett der Überblick. Trotz insgesamt 496 Wildunfällen auf der A2 in OWL im Zeitraum von 2017 bis 2021, könne man diese nicht genau zuordnen. Begründet wird das mit den knappen personellen Ressourcen. Lediglich eine Sonderauswertung der Polizei mit 16 Unfällen mit Wildbeteiligung liegt vor.

Die Autobahn GmbH begründete die Arbeiten vor vier Wochen mit einer Verkehrssicherungspflicht, aufgrund der hohen Anzahl an Wildunfällen, räumt aber jetzt auch ein, dass es kein besonderes Unfallgeschehen gegeben habe.

Die Maßnahme im Januar scheint demnach einzig und allein präventiv gewesen zu sein und lag keiner besonderen Unfallhäufung zugrunde.

Auch Maßnahmen, um Wildunfälle anderweitig zu vermeiden, wurden in den letzten Jahren nicht getroffen.

Nach der Übergabe an die Autobahn GmbH (seit Januar 2021) wurde lediglich ein Wildschutzzaun aufgestellt und als Präventionsmaßname gegen die afrikanische Schweinepest verlängert. Da ist also mehrere Monate gar nichts in der Hinsicht passiert. Das hätte ich mir zumindest vor einem kompletten Kahlschlag zuerst gewünscht,“ betont der Landtagsabgeordnete.

Dahm stellte zudem die Frage, warum sich die Behörden nicht ausgetauscht hätten und warum es keine Beteiligung der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Herford gab. Laut Antwort aus dem Ministerium sei dieser Austausch nicht nötig gewesen, da es sich nicht um einen Wald im Sinne des Landesforstgesetzes handele und es auch keine Hinweise auf das Vorkommen artenschutzrechtlich relevanter Arten gab. Zudem sei der Träger eigenverantwortlich für die Unterhaltung zuständig.

Die Antworten auf seine Kleine Anfrage, werfen bei Christian Dahm nur weitere Fragen auf: „Warum trotz allem der Mischwald abgeholzt werden sollte, erschließt sich mir auch nach den Antworten aus dem Ministerium nicht, zumal es an dieser Stelle keine Unfälle mit Wildschweinen gegeben hat!

Prävention hin oder her, aber hier hätte man zunächst auch andere Maßnahmen in Betracht ziehen können. In Anbetracht der 16 Wildunfälle im Jahr 2021 in diesem Streckenabschnitt, sollte die zuständige Behörde auch hier die Errichtung eines Wildschutzzaunes in Betracht ziehen.“

Immerhin räumt die Autobahn GmbH Fehler im Vorfeld ein: In einer vorab veröffentlichten Pressemitteilung sei der Begriff „Rodung“ fälschlicherweise als Synonym für das „Auf den Stock setzen“ eingesetzt worden.

„Ob es sich hierbei also letztendlich um ein Missverständnis gehandelt hat, können wir nur spekulieren. Ein Austausch im Vorfeld hätte der Sache sicher gut getan und Fragen aus dem Weg geräumt. Die vorgeschobene Verkehrssicherheit scheint jedenfalls nicht der Hauptgrund für die Maßnahme gewesen zu sein.

Reguläre Unterhaltungsmaßnamen stehen auf der Strecke noch an. Bleibt abzuwarten, ob sich die Autobahn GmbH dieses Mal kommunikationsfreudiger zeigt.“ Das würde sich Dahm jedenfalls wünschen.

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