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Impfzentrum des Kreises braucht mehr Planungssicherheit vom Land

SPD-Politiker besuchen Impfstelle in Enger

Im vergangenen Jahr wurde das Impfzentrum des Kreises Herford von 0 auf 100 zum Leben erweckt. In kürzester Zeit hat der Kreis in Enger die komplette Logistik auf die Beine gestellt, um die Menschen hier in der Region schnellstmöglich zu impfen. Dann hat die Landesregierung die Impfzentren in NRW kurzerhand wieder geschlossen, um kurze Zeit später festzustellen, dass eine neue Corona-Welle im Anmarsch ist und Drittimpfungen benötigt werden. Also Rolle rückwärts: Das Impfzentrum musste wieder öffnen.

Für den Kreis Herford ist es eine Mammutaufgabe, die Infrastruktur aufrechtzuerhalten, bzw. erneut bereit zu stellen und zu finanzieren. Zumal nicht alle Kosten vom Land NRW komplett übernommen wurden. Die Impfstraßen mussten wieder aufgestellt werden und neues Personal musste eingestellt und vor allem - erneut eingearbeitet werden. Das komplette Szenario von vorne. Planbarkeit? Gleich null.

Der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Christian Dahm, hat gemeinsam mit dem Landtagskandidaten Christian Obrok das Impfzentrum in Enger besucht. Zusammen mit Landrat Jürgen Müller und Kreisdezernent Norbert Burmann ließen sie sich von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort die Arbeitsabläufe im Impfzentrum erklären.

„Wichtig wäre hier eine bessere Planbarkeit für die rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Enger, aber auch für den Kreis Herford und die Kommunen. Das Impfzentrum soll jetzt bis Ende des Jahres laufen. Was passiert danach mit den Angestellten? Der Kreis Herford muss doch auch im Interesse der Beschäftigten planen“, betont Christian Dahm.

Ein Problem, das auch Jürgen Müller bewusst ist: „Wir wollen den MitarbeiterInnen eine Perspektive geben, aber wie soll das funktionieren, wenn wir nicht wissen, wann das Impfzentrum das nächste Mal geschlossen werden soll. Wir haben hier richtig gute Leute, die für ihr Leben auch eine gewisse Planungssicherheit benötigen. Wir haben jetzt bis Ende des Jahres geplant, danach verlassen uns viele Arbeitskräfte wahrscheinlich wieder.“

Was Dahm und Obrok bei Ihrem Besuch beobachten konnten: Alle sind mit vollem Einsatz und Herzblut dabei! „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier machen einen fantastischen Job. Das sieht man und das spürt man“, erkennt Obrok. Bei Ihrem Besuch konnten sie alle Bereiche des Impfzentrums kennenlernen – von den eigentlichen Impfstraßen, über die IT, wo die Zahlen zusammenlaufen, bis hin zur Kontaktnachverfolgung und das Bürgertelefon. Zum Dank und als besondere Wertschätzung überreichten Dahm und Obrok einen Geschenkkorb an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Nervennahrung in Form von Schokolade, Kaffee und Tee, soll hier beliebt sein“, berichten die beiden Politiker.

Weniger beliebt sind die neuen Entscheidungen der CDU/FDP-Landesregierung zu Corona-Lockerungen: „Die machen sich Gedanken um weitgehende Lockerungen und Aufhebung der Basisschutzmaßnahmen und wir haben auf der anderen Seite mehr als 1000 neue Covid-Fälle pro Tag“, kritisierten die Beschäftigten. Auch das Impfzentrum ist derzeit durch Personalausfall stark dezimiert.

Wie es demnächst weitergehen soll, dazu gebe es nicht viele Signale vom Land NRW, so Landrat Jürgen Müller, der auch schon an die nächste Krise denkt. „Wenn die Geflüchteten aus der Ukraine kommen, brauchen wir die Expertise des Impfzentrums wieder. In der Ukraine lag die Impfquote nur bei 30 Prozent und vermutlich werden hier neben der Unterbringung noch weitere Gesundheitsthemen auf uns zu kommen.“

Dahm fordert indes eine Stellungnahme des Landes zur weiteren Planungssicherheit der Impfzentren in NRW.

 

Foto 1: Christian Dahm und Christian Obrok überreichen Mitarbeiterinnen des Impfzentrums einen Präsentkorb.

Foto 2: Von links nach rechts: Kreisdezernent Norbert Burmann zusammen mit Landtagskandidat Christian Obrok, dem Landtagsabgeordneten Christian Dahm und Landrat Jürgen Müller vor dem Impfzentrum in Enger.

 

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