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Feuerwehren vor Corona schützen – und zwar alle Einsatzkräfte

Dahm: „Feuerwehrleute nicht gegeneinander ausspielen“

Feuerwehrleute sind bei jedem Einsatz einem gewissen Corona-Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Alleine durch das gemeinsame Ausrücken im Fahrzeug gibt es eine enorme Kontaktintensität untereinander. Zudem kommt es bei Einsätzen immer zu ungeplanten und kritischen Kontakten, auch während der Rettung von Personen, die aktuell unter Quarantäne stehen oder sogar infiziert sind.

Der heimische Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Christian Dahm, wurde von den Feuerwehren angesprochen und um Unterstützung gebeten. Dahm fordert eine Impfung für alle Feuerwehrleute:

„Ich unterstütze die Resolution der Feuerwehren in NRW, vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie den Impfschutz der Feuerwehrangehörigen nicht zu vernachlässigen. In der Resolution wird darauf hingewiesen, dass Feuerwehrangehörige in erhöhtem Maße im Kontakt mit anderen Menschen stehen und damit automatisch einem höheren Infektionsrisiko mit COVID-19 ausgesetzt sind.

Die ersten Priorisierungen der CoronaImpfVO waren durchaus nachvollziehbar. Mittlerweile wurden aber diverse Berufsgruppen in den Stufen nach oben geschoben, so dass alle Feuerwehrleute, die nicht im Rettungsdienst tätig sind, in der Liste nach unten gerutscht sind. Dass beispielsweise Lehrerinnen und Lehrer oder Erzieherinnen und Erzieher hochgestuft wurden, ist absolut gerechtfertigt, aber es kann doch nicht sein, dass bei Feuerwehrleuten mit zweierlei Maß gemessen wird.

Die Hauptamtlichen Feuerwehren sind größtenteils schon geimpft und die Ehrenamtlichen nicht. Wir wollen doch nicht die Feuerwehrleute gegeneinander ausspielen. Die freiwilligen Feuerwehren im Kreis Herford machen im Einsatzfall die gleiche Arbeit, wie die Hauptamtlichen.

Bei ehrenamtlich tätigen Feuerwehrangehörigen schwindet mehr und mehr das Verständnis und auch die Einsatzbereitschaft, weil sie sich und ihre Familien nicht dem Risiko einer Ansteckung aussetzen wollen.

Ein erhöhtes Infektionsrisiko und damit verbundene Quarantäne-Maßnahmen für ganze Feuerwehreinheiten, könnten die Gewährleistung von Brandschutz und Hilfeleistung ernsthaft gefährden.

Im Kreis Herford  wird der Brand- und Feuerschutz überwiegend durch die Freiwilligen Feuerwehren aufrecht erhalten.

In Herford, Bünde und Löhne werden die hauptamtlichen Kräfte durch die Ehrenamtlichen häufig ergänzt und unterstützt.

In Enger, Hiddenhausen, Kirchlengern, Rödinghausen, Spenge und Vlotho wird der Brandschutz durch die Freiwilligen Feuerwehren sichergestellt.

Ein coronabedingter Ausfall gefährdet die Funktionsfähigkeit der ganzen Feuerwehr.

Ich unterstütze daher den Wunsch der Feuerwehren, angemessen und prioritär ein Impfangebot an alle Feuerwehrangehörigen im Einsatzdienst zu erhalten.

Es kann doch nicht sein, dass die hauptamtlichen Kräfte geimpft werden und die Ehrenamtlichen noch Monate auf ihre Impfung warten müssen.

Feuerwehren sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Hier braucht es Klarheit durch das Land.

Die SPD-Fraktion im Landtag NRW hat deshalb einen schriftlichen Bericht für die nächste Sitzung des Innenausschusses angefordert und die Landesregierung um Antworten gebeten. Wir müssen unsere Feuerwehren, auch in unser aller Interesse, handlungsfähig halten.“

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