Christian Dahm MdL und Stefan Schwartze MdB: „Die Schließung der Herforder Brauerei ist ein schwerer Schlag für unsere Region“

von Katharina Brand-Parteck

Erst vor anderthalb Jahren wurde die 20 Millionen Euro teure Abfüllanlage eröffnet.

Mit großer Bestürzung reagieren der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze und der Landtagsabgeordnete Christian Dahm auf die angekündigte Schließung der Herforder Brauerei. Nach Angaben der Gewerkschaft NGG sollen Ende August die Tore der traditionsreichen Brauerei geschlossen werden. Knapp 100 Beschäftigte in Herford verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz. Mehrere Medien im Kreis Herford berichteten heute darüber.

„Diese Nachricht ist ein Schock für die Beschäftigten, ihre Familien und für die gesamte Region Ostwestfalen-Lippe. Die Herforder Brauerei gehört seit Generationen zu unserer Heimat und ist ein Stück Identität des Kreises Herford und der Gemeinde Hiddenhausen. Dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun vor dem Aus stehen, macht uns tief betroffen“, erklären Dahm und Schwartze.

Besonders kritisch bewerten die SPD-Politiker Berichte, wonach Beschäftigte in den vergangenen Jahren auf Teile ihres Lohns sowie auf Sonderzahlungen verzichtet hätten, um die Zukunft des Standorts zu sichern.

„Wenn Beschäftigte Opfer bringen, Verantwortung übernehmen und Vertrauen in Zusagen des Unternehmens setzen, dann darf dieses Vertrauen nicht leichtfertig verspielt werden. Viele Menschen haben jahrzehntelang mit großem Einsatz für die Brauerei gearbeitet. Sie verdienen Respekt, Fairness und vor allem eine verlässliche Perspektive“, so Stefan Schwartze.

Für den Bundestagsabgeordneten ist die angekündigte Schließung nur schwer nachvollziehbar. Gerade in den vergangenen Jahren sei der Standort Herford immer wieder als zukunftsfähig dargestellt worden. In 2018, im Jahr des 140-jährigen Jubiläums, hatte die Warsteiner Gruppe ihre Tochtergesellschaft im Rahmen einer Konzern-Neuausrichtung modernisiert und mit einer sogenannten „Herforder-Offensive“ die Marke gestärkt. Werbekampagnen, neue Sorten und ein umfassender Relaunch sollten die Brauerei fit für die Zukunft machen.

2023 kündigte die Haus Cramer Gruppe zudem Investitionen in Millionenhöhe für den Standort Herford an. Erst Anfang des vergangenen Jahres wurde eine der modernsten Abfüllanlagen Deutschlands am Standort Hiddenhausen feierlich eröffnet – verbunden mit dem klaren Ziel, den Standort und Arbeitsplätze langfristig zu sichern und neue Produktionsmöglichkeiten für Bier- und Mischgetränke zu schaffen. So hatte sich Catharina Cramer, die damalige Geschäftsführerin, vor Ort geäußert.

„Wir waren damals selbst dabei und haben uns gefreut, dass unsere heimische Brauerei so zukunftsfähig aufgestellt wurde. Dass jetzt plötzlich alles vorbei sein soll, ist nicht nachvollziehbar“, erklären Dahm und Schwartze.

Bereits 2018 hatte sich der SPD-Landtagsabgeordnete Dahm skeptisch zur damaligen Neuausrichtung der Warsteiner Gruppe geäußert und vor einem weiteren Stellenabbau gewarnt.

„Damals haben sinkende Absätze den Konzern von ehemals 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schon auf 100 verschlankt. Da habe ich gesagt: Das sollte jetzt auch genug sein. Diese Arbeitsplätze müssen unbedingt gesichert werden und der Standort erhalten bleiben. Zur Not auch mit einem Kooperationspartner oder mit einem Verkauf. Daran hat sich bis heute nichts geändert“, betont Christian Dahm.

Die angekündigte Schließung sei nicht nur wirtschaftlich, sondern auch emotional ein herber Verlust für die gesamte Region. Die Herforder Brauerei stehe für industrielle Tradition, Heimatverbundenheit und zahlreiche Arbeitsplätze.

Christian Dahm und Stefan Schwartze fordern nun von der Unternehmensführung der Haus-Cramer-Gruppe, ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden: „Jetzt muss alles dafür getan werden, die Beschäftigten bestmöglich abzusichern. Dazu gehören faire Sozialpläne, echte Unterstützung für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und transparente Gespräche mit Betriebsrat und Gewerkschaft.

Die beiden Politiker hoffen zudem, dass die Türen auch für mögliche Alternativen zur Standorterhaltung nicht ganz zu sind.

„Die Menschen in Herford dürfen mit dieser Situation nicht allein gelassen werden. Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, wie ernst Unternehmen ihre Verantwortung gegenüber Beschäftigten und Regionen nehmen.“

Abschließend unterstreichen Schwartze und Dahm die besondere Bedeutung der Brauerei für die Region:

"Die Brauerei gehört hierher – zu Hiddenhausen und zum Kreis Herford. Sie ist eines der Vorzeige-Unternehmen unserer Heimat und tief in der Region verwurzelt. ‚Herrliches Herforder‘ gehört zu uns wie der Dom nach Köln. Die Herforder Brauerei ist eine absolute Top-Marke mit Strahlkraft weit über Ostwestfalen-Lippe hinaus.“