Landesregierung lässt junge Menschen im Stich

von Katharina Brand-Parteck

Abschaffung zerstört den Übergang zwischen Schule und Beruf

Christian Dahm bei seinem Besuch in der Produktionsschule

Anlässlich der heutigen Sachverständigenanhörung im Sozialausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags erklärt Christian Dahm, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Die Mitte-Rechts-Landesregierung aus CDU und FDP will das gute Förderangebot der Produktionsschulen abschaffen. Ohne Not wird hier ein System im Übergang Schule-Beruf zerstört, das sich in der Praxis hervorragend bewährt hat und mehr als 2.800 jungen Menschen – oftmals aus schwierigen Verhältnissen – eine Chance auf Ausbildung und Arbeit gibt. In den Produktionsschulen werden Lernen und Arbeiten innovativ miteinander verknüpft. Die Jugendlichen werden Schritt für Schritt, unter realen Bedingungen - mit echten Aufträgen und Kunden - an Ausbildung und Arbeit herangeführt.

Die Produktionsschulen sind daher ein Angebot, das viele Jugendliche erreicht hat, die wir sonst nicht erreicht hätten. Das von der Landesregierung geplante ,Werkstattjahr‘ ist keine Alternative. Die vorgesehene Altersbegrenzung auf 19 Jahre und die Nichtberücksichtigung des Jugendhilfeträgers grenzen beim ,Werkstattjahr‘ mehr als 1.000 Jugendliche aus, für die bisher die Produktionsschule die letzte Chance auf den Weg in einer beruflichen Ausbildung war.

Auch bei uns im Kreis Herford haben viele Jugendliche die Chance auf eine Ausbildung in der Produktionsschule erhalten. Die Produktionsschule der Ev. Jugendhilfe Schweicheln ist, bzw. war das einzige Angebot für über 19-Jährige im Übergang Schule und Beruf. Ich habe mich erst kürzlich über die hervorragende Arbeit in Schweicheln vor Ort informiert und ich sage ganz deutlich: Hier wird Bewährtes eingestampft, zu Lasten des Kreises Herford.

Das unkluge Vorgehen der Mitte-Rechts-Regierung bei den Produktionsschulen ist ein weiterer Beleg dafür, dass CDU und FDP eine Koalition der sozialen Kälte und Ausgrenzung gebildet haben. Die Landesregierung lässt junge Menschen beim Übergang von Schule in Beruf im Stich!“

Hintergrund Produktionsschulen: Das Förderangebot der „Produktionsschule.NRW“ wendet sich an Jugendliche, die eine allgemeinbildende Schule ohne ausreichende Betriebs- und Ausbildungsreife verlassen haben und bei denen davon auszugehen ist, dass die Regelangebote der Berufsvorbereitung nicht zum Integrationserfolg führen würden. Bei der Zielgruppe handelt es sich zumeist um Jugendliche mit mehrfachen arbeitsmarktlichen Vermittlungshemmnissen.

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