Förster leisten hervorragende Arbeit

von Katharina Brand-Parteck

Christian Dahm mit Förstern des Landesbetriebes Wald und Holz NRW im Herforder Stuckenberg

Christian Dahm lässt sich von den Förstern Roland Schockemöhle (links) und Carsten Bölts (rechts) die Sturmschäden zeigen.

Es war der 18. Januar in diesem Jahr, als jahrzehntelang gewachsene Bäume umknicken, wie Mikado-Stäbchen. Friederike pustete über Deutschland und verschonte auch den Kreis Herford nicht. Im Herforder Stuckenberg hat der Sturm eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, die Schäden sind bis heute zu sehen.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Christian Dahm wollte sich nun über die Folgen informieren und traf sich mit den Förstern Roland Schockemöhle und Carsten Bölts am Ort des Geschehens: Mitten im Wald. Die Förster haben gute Arbeit geleistet – nach Sperrung der Wälder, direkt nach dem Sturm, konnten alle Gefährdungen weggeräumt werden. „Allerdings ging es manchen nicht schnell genug“, erklärt Schockemöhle, der als Forstamtsleiter beim Landesbetrieb unterwegs ist. „Da ist an einem Tag so viel Holz angefallen, wie sonst in einem ganzen Jahr“, fügt sein Kollege Bölts hinzu, der sich in seinem Revier um die Landeswälder von Petershagen, über Borgholzhausen bis Herford kümmert. 3000 Kubikmeter Holz wollen erstmal verarbeitet werden. Man wolle Verständnis dafür wecken, dass die Wälder noch nicht aufgeräumt seien, denn das habe auch durchaus ökologische Gründe, so die Förster: Viele umgefallene Bäume haben noch Wurzelkontakt und leben noch, daher bleiben sie zunächst im Wald! „Wir betreiben mit diesen Bäumen eine Lebendkonservierung, um zum Beispiel auch einer Borkenkäferplage möglichst zuvor zu kommen.“ Die Förster verzichten in ihrem Wald komplett auf den Einsatz von Chemie und setzen darauf, dass sich die Natur selber hilft. Nach dem Sturmwurf müssen die Förster jetzt die Aufforstung im Auge behalten. Vieles erledigt die Natur von alleine – überall sprießen schön neue Bäumchen aus dem Boden, an einigen Stellen helfen die Profis nach. „Der Wald wird Artenreicher werden, als es der dunkle Fichtenforst vorher war“, so Schockemöhle und erklärt, dass man nun einen Mischwald anstrebt. An Wegesrändern sollen Kirschen und Birnenbäume gepflanzt werden. Ein guter Nebeneffekt für den Erhalt von Insekten, wie beispielweise Bienen. Der Vorteil von Mischwäldern liege auf der Hand. Lärchen oder Eichen wurzeln viel tiefer als Fichten und bieten bei Sturm mehr Schutz vor dem Umkippen.

Christian Dahm möchte sich gerne für einen dauerhaften, landesweiten Unwetterfonds einsetzen. „Es kann nicht sein, dass Kommunen oder auch Privatleute nach Stürmen und Überschwemmungen auf den Kosten sitzen bleiben. Die Unwetter nehmen in Zukunft auch eher zu, als ab.“ Zwei Drittel des Waldes in NRW gehören Privatleuten. Der Stuckenberg ist ein Landeswald, hier muss das Land NRW die Mittel bereitstellen.

Carsten Bölts schätzt, dass sich die Sturmschäden auf 5 bis 10.000 Euro pro Hektar belaufen. „Es geht hier nicht nur um die abgeknickten Bäume, es entstehen auch Folgekosten, zum Beispiel für die Sanierung der Wege, die ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden“, sagt Schockemöhle und fügt hinzu: „Leider fehlt häufig das Verständnis der Menschen. Die Wege sind für die Forstwirtschaft hergerichtet worden und nicht immer in einem einwandfreien Zustand. Da werden die Schuhe auch schon mal dreckig.“

Dahm erfährt bei seinem Waldrundgang, dass die Bäume, die jetzt noch im Wald liegen, erst im Herbst geerntet werden.  Der Baum solle sich selbst wehren. Außerdem käme die Industrie mit der Verarbeitung der großen Holzmengen nicht hinterher. Die Wege werden auch erst nach dem Abtransport repariert.

Zu guter Letzt ging es für die Herren noch in die Höhe: Auf dem 23 Meter hohen Bismarckturm sahen die Schäden im Wald auch gar nicht mehr so schlimm aus. In der Tat nutzen die Förster den Turm, den das Land an die Stadt Herford verpachtet hat und um den sich der Freundeskreis Herforder Bismarckturm kümmert, zur Schadensbegutachtung. „Das Land NRW ist, was die Digitalisierung und EDV-Ausstattung für uns Förster angeht, sehr gut ausgestattet“, berichtet Schockemöhle. „Ich fliege mit einer Drohne von hier aus über den Wald und kann Bäume oder auch Schäden GPS-genau eintragen“, erklärt Carsten Bölts.

Womit die beiden allerdings nicht so zufrieden sind, ist die Holzbauquote in NRW. Im Vergleich zu anderen Bundesländern, wie zum Beispiel Baden-Württemberg können wir hier noch aufholen.

Christian Dahm nimmt nun einige Themen vom Wald mit in den Landtag.

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