Der Weg zum Traumberuf

von Katharina Brand-Parteck

Stefan Schwartze und Christian Dahm erkundigen sich über Berufskonzept der Realschule Enger

Der Weg zum Traumberuf ist ein langer… und meist fehlt den Schülerinnen und Schülern eine gewisse Orientierung. Die Realschule Enger versucht ihre Absolventen so gut wie möglich auf den Weg zu bringen und hat dafür ein einzigartiges Konzept im Kreis Herford erarbeitet. Der Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze hat sich zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Christian Dahm vor Ort informiert.

Schulleiter Joachim Blombach referierte zusammen mit den Lehrern Anke Hippe-Schuster und Sebastian Block über das spezielle Konzept, dass in der Realschule Enger schon ab der 8. Klasse beginnt. „Wir vermischen politische Themen mit Berufswahl“, erklärt Hippe-Schuster, als „geistige Mutter“ des Konzepts. Zudem gebe es eigens das Fach „Berufswahl und Lebensplanung.“ „Wichtig ist uns, dass die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Bereichen ihre Erfahrungen sammeln“, so Schulleiter Blombach. Deshalb gebe es auch zwei Betriebspraktika, eines davon verpflichtend im sozialen Bereich.

Besonders wichtig sei der Schule die Elternpartizipation, die allerdings noch ausbaufähig sei. Ein Elternabend zur Berufsorientierung ist deshalb verpflichtend. Christian Dahm bestätigt, dass es heutzutage gesellschaftlich mehr und mehr an Orientierung für die jungen Leute fehle und begrüßt, die Eltern mit ins Boot zu holen.

Auch eine Kooperation mit örtlichen Unternehmen gehört zum Konzept der Schule. „Anfangs wurden wir dafür kritisch beäugt, aber eigentlich ist es eine Win-Win-Situation für beide Seiten“, betont Blombach.

Einzigartig sind auch die Absolventenbefragungen, die die Schule als eine Art Selbstevaluierung durchführt. Ein dreiviertel Jahr, nachdem die Absolventen auf einer weiterführenden Schule oder in ihrer Ausbildung angekommen sind, erfragt die Schule, wie das Gelernte praktisch angewandt werden kann. Quasi die Antwort auf die Frage, ob Schule überhaupt funktioniert und ob der Lernstoff ankommt. „60 Prozent der Fragebögen kommen zurück. Das hilft uns enorm unsere Methoden zu kontrollieren und ggf. zu verändern“, lobt Blombach.

Dass die Methoden der Schule gut ankommen, bestätigen die Schüler Jella und David im Gespräch mit den Abgeordneten. Beide kommen gerade frisch aus ihrem ersten Praktikum und waren ganz angetan von ihren Erfahrungen in der Berufswelt. Für David hat sich sogar bereits ein erster Weg abgezeichnet: Den Job als Industriemechaniker kann er sich durchaus vorstellen. Trotzdem möchte er noch das spätere Sozialpraktikum abwarten, um nach dem „Ausschlussprinzip“ zu handeln.

Stefan Schwartze zeigt sich erfreut über diesen Weg: „Wir brauchen Fachkräfte! Es können nicht immer alle studieren“, so der Bundestagsabgeordnete, der selber eine Ausbildung zum Industriemechaniker absolviert hat.

Trotz aller Ausbildungs-Erfolge der Schule, hakt es aber auch an manchen Dingen: „Einzel-Praktikumstage kommen nicht wirklich gut bei den Firmen an, die möchten die Schülerinnen und Schüler lieber ein bis zwei Wochen am Stück bei sich im Unternehmen haben“, erklärt Lehrer Sebastian Block.

Wenn die Realschule Enger sich etwas wünschen könnte, dann eine viel größere Bereitschaft und Interesse der Eltern, ihre Kinder bei der Berufswahl zu unterstützen und nicht in die weiterführende Schule zu drängen. Zudem wäre ein größeres Interesse der Firmen von Vorteil. „Unsere bereits bestehenden Kooperationen haben gezeigt, dass es sich für beide Seiten lohnt. Wir legen den Grundstein für die Fachkräfte von morgen“, so Schulleiter Blombach abschließend. Stefan Schwartze und Christian Dahm nehmen in ihre jeweilige parlamentarische Arbeit in Bund und Land mit, dass die Schulen im Kreis Herford das Konzept „Kein Abschluss ohne Anschluss“ offenbar sehr unterschiedlich handhaben.

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