Christian Dahm geht unter die Lehrer

von Katharina Brand-Parteck

Abgeordneter besucht am „Tag der freien Schule“ Berufskolleg am Wilhelmsplatz

An den „Tagen der Freien Schulen NRW“ öffnen im November zum zweiten Mal Privatschulen ihre Türen für Politikerinnen und Politiker des Landtages. Unter dem Motto „Schenken Sie uns eine (Schul-)Stunde Ihrer Zeit“ besuchte der Herforder SPD-Landtagsabgeordnete Christian Dahm das Berufskolleg am Wilhelmsplatz in Herford. Dahm konnte sich über die pädagogische Arbeit des Berufskollegs informieren. „Durch den direkten Kontakt soll das politische Interesse der Schülerinnen und Schüler angeregt und ihnen die Arbeit der Landtagsabgeordneten näher gebracht werden“, so das Anliegen.

Der Herforder Politiker nutze die Stunde, um über sich und seine Arbeit im Landtag zu berichten. „Landespolitik fängt hier schon vor der Tür an, wenn man auf die Baustelle vor dem Haus schaut, die auch mit Landesmitteln finanziert wird. Auch bei der Ausstattung der Schule wird Landespolitik sichtbar: Das Programm Gute Schule 2020 wird hier umgesetzt. Digitale Geräte werden durch Landesmittel finanziert“, so Dahm.

Die Schülerinnen und Schüler waren vor allem daran interessiert, warum Dahm in die Politik gegangen ist und wie sein Leben mit zahlreichen Terminen zu bewerkstelligen ist. Überrascht waren die Jugendlichen, dass der Abgeordnete eher seine Freizeit planen muss, weil er so durchgetaktet ist. Als Pendler von Vlotho nach Düsseldorf verbringe er außerdem viel Zeit in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Viele Fragen kamen in der 45-minütigen Schulstunde auf. Beispielsweise, ob er es bereue in die Politik gegangen zu sein, wie ein Schüler wissen wollte: „Nein, das bereue ich nicht. Sowohl in meinem vorherigen Beruf als Polizist und jetzt als Politiker habe ich mit Menschen zu tun. Es ist schön wenn man helfen kann und Probleme lösen kann.“ Privat benötige man schon den Rückhalt der Familie. Dieser Hinweis ging an alle Schülerinnen und Schüler, die jetzt vor der Berufswahl stehen. „Politiker ist vor allem ein Amt auf Zeit! Es ist kein Ausbildungsberuf und fällt nicht vom Himmel. Politikerkarrieren lassen sich nicht planen.“

Bärbel Ridder hatte die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufe 13 ihres Politikkurses des Beruflichen Gymnasiums bestens auf den Besuch vorbereitet. „Im direkten Gespräch mit dem Politiker soll ein Beitrag dazu geleistet werden, der Politikverdrossenheit entgegen zu wirken und ein  demokratisches Verständnis zu stärken“ so die Schulleiterin des Berufskolleg am Wilhelmsplatz.

Die Fragen der Schülerinnen und Schüler gingen auch genau in dieses Richtung: „Gibt es Politik-Verdrossenheit? Warum wird so viel versprochen und nichts eingehalten? Warum haben Sie sich beruflich umorientiert? Was halten Sie von der großen Koalition? Warum ist die AfD derzeit so stark?“ Die Schülerinnen und Schüler durften alle Fragen stellen, die ihnen auf dem Herzen lagen.

Am Ende zeigten sie sich beeindruckt von den deutlichen Worten, die Dahm vor allem mit Blick auf die AfD fand. „Das ist eine rechtsextreme Partei und keine Alternative. In diesem Punkt müssen die demokratischen Parteien alle zusammen.“ Dahm richtete seine Worte an die Schüler und appellierte an ihre Bürgerpflicht: „Geht demokratisch wählen. Wir müssen alle gesellschaftlich in dieser Frage zusammen stehen.“

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