Azubi-Ticket Schwindel: Landesregierung liefert nicht

von Katharina Brand-Parteck

Christian Dahm: Wir fordern die landesweite Einführung eines Azubi-Tickets

Das Ausbildungsjahr hat begonnen, doch die Auszubildenden haben in Nordrhein-Westfalen trotz eines Versprechens des Ministerpräsidenten immer noch kein Azubi-Ticket. Während Studierende mit ihrem Semesterticket im ganzen Bundesland unbegrenzt Bus und Bahn fahren können, müssen Azubis teure Nahverkehrstickets kaufen, um zur Arbeit oder zur Schule zu fahren.

Mehr als ein Jahr ist es her, dass Ministerpräsident Armin Laschet in seiner Regierungserklärung die Einführung eines Azubi-Tickets in NRW angekündigt hat. Zum Start des neuen Ausbildungsjahres macht sich Enttäuschung bei den Azubis im Lande breit. Beim Thema Azubi-Ticket herrscht Funkstille bei der Landesregierung! „Dabei taten sie im Wahlkampf noch so, als würden sie das Ticket ebenfalls wollen“, sagt Christian Dahm, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und ergänzt:

„Sowohl die NRW SPD als auch die Jusos fordern seit Jahren ein NRW-weites Azubi-Ticket, das mit dem Semesterticket für Studis vergleichbar ist. Aber seit ihrem Regierungsbeginn blockiert die schwarz-gelbe Landesregierung die Einführung.“

Die Koalition aus CDU und FDP bleibt ihrem Kurs treu: Trotz sprudelnder Steuereinnahmen werden soziale Errungenschaften eher gekürzt als fortentwickelt. So wurde der SPD-Antrag, 20 Millionen Euro für das Azubi-Ticket vorzusehen, 2017 von Schwarz-Gelb im Landtag abgelehnt.

Weil sich die Landesregierung bisher der Forderung nach einem vom Land geförderten und preisgünstigen Azubi-Ticket konsequent verweigere, unterstützt Dahm die Forderung der Jusos auf regionale Lösungen: „Auch ohne Förderung vom Land haben inzwischen alle anderen Verkehrsverbünde in NRW ein verbundweites Azubi-Ticket geschaffen – nur unser WestfalenTarif ist noch nicht aktiv geworden. Das muss sich schnell ändern!“

Es sei schlicht unzumutbar, dass ein Azubi aus Herford circa 1500 Euro im Jahr für Nahverkehrstickets aufbringen muss, um zu seinem Ausbildungsbetrieb in Gütersloh zu kommen. „Das ist mehr als das Doppelte einer monatlichen Ausbildungsvergütung von durchschnittlich 670 Euro!“

Christian Dahm: „Hundertausende Auszubildende werden auch 2018/2019 zu wesentlich teureren Konditionen durch NRW fahren müssen als Studierende. Sie haben auf die Worte des Ministerpräsidenten vertraut. Und sie sind bitter enttäuscht worden. Das können wir nicht hinnehmen.“

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