„Wir wollen Dinge vor dem Wegwerfen bewahren“

von Katharina Brand-Parteck

Landtagsabgeordnete besuchen Recyclingbörse in Herford

Foto: (von links nach rechts) André Stinka, Hans Engels, Christian Dahm, Annette Watermann-Krass, Horst Lindemann, Christof Riegert

Hohe Berge mit Kleidersäcken türmen sich in der Recyclingbörse. Die Winterkleidung wird in Herford sortiert, um später auf die acht Geschäfte im Kreis Herford, Bad Salzuflen und in Bielefeld aufgeteilt zu werden. Ordnung muss dabei sein: Fein säuberlich wird getrennt, nach Jacken, Ski-Anzügen, Hosen und allem, was das Modeherz begehrt. Was andere nicht mehr tragen wollen, geht hier wieder in den Verkauf.

Die Recyclingbörse setzt dabei nicht nur auf Kleidung, sondern auf alles – vom Möbelstück, bis hin zum Fernseher. „Aber bitte nur funktionstüchtige Sachen“, merkt Horst Lindemann an. Der Projektmitarbeiter der Börse führt die Landtagsabgeordneten Christian Dahm (HF), Annette Watermann-Krass (WAF), André Stinka (COE), die alle  in der SPD Landtagsfraktion für Umweltschutz zuständig sind  und den Umweltpolitischen Referenten der Landtagsfraktion, Christof Riegert durch die Recyclingbörse. Die Landesspolitiker wollten sich die Projekte der Börse einmal genauer anschauen. Christian Dahm, heimischer Abgeordneter und  stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion hatte die Düsseldorfer Kollegen eingeladen, sich von den herausragenden Projekten der Recyclingbörse persönlich zu überzeugen.

 Bis zu 120 Beschäftigte kümmern sich derzeit um die Wiederverwertung. Trägerverein der Recyclingbörse ist der Arbeitskreis Recycling e.V. (AKR). Der AKR wurde 1984 gegründet und ist ein gemeinnütziger, selbständiger und unabhängiger Verein. Die Recyclingbörsen sind sogenannte Zweckbetriebe des Vereins.

In den second-Hand-Kaufhäusern werden gut erhaltene Sachen für wenig Geld verkauft. „Müllvermeidung durch Wiederverwendung und deren  Vorbereitung sind unsere Anliegen“, sagt Öffentlichkeitsarbeiter Hans Engels  Er legt großen Wert darauf, dass man kein Schrotthändler sei, obwohl man rein rechtlich gesehen dem Abfallrecht angehöre. „Wir bewahren Dinge vor dem Wegwerfen.“ Allerdings merke man in der heutigen Zeit schon einen Qualitätsverlust, so die Mitarbeiter der Börse. „Ebay und Co. machen es nicht leichter. Teilweise werden Dinge erst dort angeboten“,  Die RecyclingBörse macht trotzdem das Beste draus und hat bereits einige Projekte ins Leben gerufen: In Zusammenarbeit mit InVia werden zum Beispiel alte Stoffe genutzt und im Rahmen des Re-Design-Projektes Tragetaschen daraus gefertigt.

Auch gibt es einen Upcycling-Design-Preis, bei dem zum Beispiel Neues aus Gebrauchtem entwickelt wird: Vom Möbel über Accessoires bis Kleidung.

„Zwar ist das Re-Use inzwischen Pflichtaufgabe, so das Kreislaufwirtschaftsgesetz. Es fällt aber in der Planung und Umsetzung, bei der Beschaffung von Fördermitteln für Projektentwicklung noch oft durchs Raster“, bemängelt Hans Engels.

Die Abgeordneten lobten die Wiederverwertungsmöglichkeiten der Recylingbörse und versprachen weiterhin die Börse zu unterstützen.

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