War das ein Tor?

von Katharina Brand-Parteck

Herforder Lebenshilfe besucht auf Einladung von Christian Dahm Eishockey-Spiel im ISS Dome

Sie jubeln, sie klatschen und schreien vor Freude! Dass die Düsseldorfer EG gerade 2:6 verliert? Egal! Das Erlebnis zählt. Für die 14 Personen der Lebenshilfe Herford war es etwas Besonderes: Eine Reise nach Düsseldorf, erst in den Landtag, dann in den ISS Dome zum Eishockey Spiel. Der heimische SPD-Landtagsabgeordnete hatte die Gruppe eingeladen. Aber nicht einfach so! Das war ihr Gewinn, den sie sich beim alljährlichen Fußballspiel gegen die SPD-Mannschaft im Frühjahr vergangenen Jahres erspielt hatten. Damals gewann das Team der Lebenshilfe mit 7:1 gegen die Politiker. Christian Dahm hatte für den 1. Platz Eishockey-Karten versprochen, verbunden mit einer Fahrt in den Landtag. Und: Versprochen ist versprochen!

Im Parlament führte Dahm die Lebenshilfe Fußballer zur Besuchertribüne und in den Fraktionsraum der SPD. Besonders begeistert war die Gruppe von der Größe des Landtags. Auch die Technik hatte es den Besucherinnen und Besuchern angetan. Sie durften wie ein richtiger Abgeordneter auf den Plätzen der echten Politiker sitzen und in die Mikrofone sprechen.

Nach dem Besuch im Landtag ging es an die Brehmstraße, seines Zeichens die alte Heimat der Düsseldorfer EG, die bis ins Jahr 2006 Heimspielstätte des Vereins war. Merklich in die Jahre gekommen, aber mit seinen 10.285 Plätzen dennoch imposant für die Gruppe.

In einer der ehemaligen Profi-Kabinen stand Michael Staade, Präsident der Düsseldorfer EG, Rede und Antwort. Die Hobbykicker durften sich dabei selber als Eishockeyspieler fühlen und die Schutzausrüstung „probetragen.“ Dabei lernten sie, dass der Puck in etwa 170 km/h schnell werden kann und genauso schwer ist, wie der Stock, mit dem er geschossen wird.

Beeindruckt war die Herforder Gruppe auch vom Kraftraum. „Auch wenn man es nicht glaubt, Eishockey und Boxen haben viel gemeinsam. Es werden alle Muskeln im Körper beansprucht und die Intensität ist ebenfalls ähnlich: In beiden Sportarten sind die Sportler in etwa 60 bis 90 Sekunden in action“, so Michael Staade.

Nach einem kurzen Stopp nebenan, in einer weiteren Eishalle, die als Leistungszentrum für Kinder und Jugendliche genutzt wird, ging es Richtung ISS Dome.

Ein riesiges Stadion und im Vergleich zur alten Heimspielstätte an der Brehmstraße ein Unterschied wie Winter und Sommer.

Sicherheitskontrolle, Plätze einnehmen und die Atmosphäre genießen. „Die meisten aus unserer Gruppe erleben den Besuch solch einer Veranstaltung heute zum ersten Mal“, erzählt Betreuer Uwe Schürmann. Die Begeisterung kennt bei der Show vor der Partie keine Grenzen. Die Herforder Gäste klatschten, hüpften und sangen mit. Das Ergebnis? Nebensache. Die DEG verlor gegen die Eisbären Berlin mit 2:6 und verpasste somit die Play Offs. Aber immerhin gab es viele Tore zu sehen!

Trotzdem war der meistgehörte Satz an diesem Abend: „War das ein Tor?“ So ein Puck ist flink und klein, den kann man schon mal übersehen. Der gelungene Abend endete mit Bratwurst und Limo und einem Haufen Erlebnisse, die die Fußballerinnen und Fußballer der Lebenshilfe zu Hause in Herford erzählen werden.

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