Qualität in der OGS darf keine Glückssache sein!

von Katharina Brand-Parteck

Christian Dahm besucht Grundschule Landsberger Straße

Die Kinder sitzen im Kreis – ein großes Thema: Braucht die Schule einen Kiosk? Einig sind sich alle, dass das eine tolle Sache wäre. Nur, wie kann das Ganze umgesetzt werden? Woher kommt das Geld? Wer kauft ein? Und wo soll der Kiosk überhaupt hin?

Fragen mit denen sich das Schüler-Parlament in der Grundschule Landsberger Straße beschäftigt. Dort sitzen alle Klassensprecherinnen und Klassensprecher zusammen und diskutieren über verschiedenen Themen, die ihre Schule betreffen. Fast wie im Landtag, erkennt der Abgeordnete Christian Dahm, der an diesem Tag Gast im Grundschul-Parlament ist. „Im Landtag sitzen wir auch im Kreis, diskutieren und streiten über wichtige Themen. Melden müssen wir uns auch, wenn wir etwas sagen wollen“, entdeckt Dahm eine weitere Parallele.

Die Kinder sind auf den Besuch des Politikers gut vorbereitet und haben einige Fragen, die der Landtagsabgeordnete gerne beantwortet. Abschließend führen die jungen Parlamentarier den Gast durch die Räumlichkeiten der Schule und zeigen stolz ihre Klassenräume.

Die Kinder sind mit Eifer bei der Sache, was bestimmt auch an dem Konzept der Grundschule im Bereich des offenen Ganztags liegt.

Die Grundschule Landsberger Straße ist trotz der uneinheitlichen Situation im offenen Ganztagsbereich in NRW eine Vorzeige-Schule.

Seit 14 Jahren legt die Schule großen Wert auf die Verzahnung zwischen „normalem Unterricht“ und OGS. Es gibt Ganztagsklassen, die sowohl von einer Erzieherin als auch von einer Lehrerin oder einem Lehrer ganztägig betreut werden.

In einem gemeinsamen Gespräch mit Schulleitung, Erzieherinnen, Lehrern und Trägern wurden dennoch einige Problemstellen aufgezeigt.

Mit dabei waren der Bereichsleiter der Evangelischen Jugendhilfe Schweicheln, Bertram Schwade, Träger der OGS, Heilpädagogin Birgit Tausendfreund, Sozialarbeiterin und OGS Plus-Fachkraft Nikole Scharf, OGS-Leiterin Agnes Kimmerle und Schulleiterin Sabine Zülka.

„Die Problematik im Offenen Ganztag wird immer noch nicht gesehen. Die Schwächen im OGS-Bereich kommen so nicht außen an", sagt Bertram Schwade. Durch die tariflich gebundenen Lohnerhöhungen, seien ihm als Träger die Hände gebunden. Eine gute Betreuung koste Geld. Es ist gesetzlich festgelegt, dass ein Träger des Offenen Ganztags in NRW pro Platz einschließlich der kommunalen Mittel mindestens 1472 Euro pro Jahr bekommt. Dieser Betrag wird durch einen von der Kommune selbst festgelegten Betrag aufgestockt. „Diese Willkür bei der Finanzierung darf es nicht mehr geben", fordert Schwade. Es müsse eine einheitliche Regelung geben, wie viel jede Kommune dazu gibt. Herford läge bei der Zulage im guten Mittelmaß, zwar hinter Hiddenhausen, aber noch vor Bielefeld, so Schwade.

Im Fokus der vier Forderungen steht in Folge dessen, die Vereinheitlichung der Finanzierung. „Wir brauchen ein Gesetz, in dem das festgelegt ist. Das Kinderbildungsgesetz reicht nicht aus", stimmt auch Schulleiterin Sabine Zülka zu.

Christian Dahm, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion stimmt den Forderungen voll zu und macht deutlich:

„Wir brauchen einheitliche Standards, eine hohe Qualität und mehr Geld! Und ich setze noch einen drauf: Die OGS sollte ähnlich wie das letzte Kita-Jahr kostenlos für die Eltern sein!“

Landtagspolitiker Christian Dahm hat mit dem Besuch in der Landsberger Straße sein Versprechen eingelöst:

Seit März werben Trägereinrichtungen der Offenen Ganztagsschulen mit einer Kampagne für bessere Rahmenbedingungen. Während einer Kundgebung Mitte Juli vor dem Landtag in Düsseldorf erhielt Dahm das Kampagnen-Shirt mit dem OGS-Motto und versprach: „Ich komme vorbei und guck mir das vor Ort an.“

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