Flüchtlinge in Herford werden gut betreut

von Charlotte Bents

Landtagsabgeordneter Christian Dahm besichtigt zentrale Unterbringungseinrichtung in Herford

Herford: Landtagsabgeordneter Christian Dahm besuchte in der vergangenen Woche die zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Herford und sprach dort mit den Verantwortlichen über die Arbeit und die Herausforderungen in der Einrichtung. „Mir ist wichtig, mir vor Ort ein Bild von der aktuellen Situation der ZUE zu machen“, sagte Dahm im Gespräch mit Einrichtungsleiter Oliver Wiebe Janzen, Ingo Ochtrup (Regionalleiter  von European Homecare) sowie Silke Lumbela (Betreuungsleiterin) und Johanna Elser (Sachbearbeiterin der Bezirksregierung Detmold). Die Einrichtung wurde zunächst als Notunterkunft betrieben und mit Landesmitteln umgebaut. Sie verfügt derzeit über 800 Plätze und ist damit eine der größten Einrichtungen in Ostwestfalen-Lippe. Wesentliche Gesprächsthemen waren die Betreuung, die medizinische Versorgung und die Verpflegung der Flüchtlinge.

Derzeit sind etwa 500 Menschen in der Einrichtung untergebracht. Dabei handelt es sich größtenteils um Familien und Frauen mit Kindern. Die Aufenthaltsdauer in der Einrichtung betrage in der Regel bis zu sechs Monaten. „Alle Flüchtlinge sind registriert und warten darauf, Wohnungen zugewiesen zu bekommen“, berichtete Einrichtungsleiter Oliver Wiebe Janzen über die aktuelle Situation. Die Sicherheit und ständige Kontrolle wird durch einen privaten Sicherheitsdienst gewährleistet.

Die Flüchtlinge können täglich zweistündige Deutschkurse belegen. Die Kleiderkammer versorgt die Menschen mit Bekleidung, die von Herforder Bürgern gespendet wurde. Auch eine Kinderbetreuung und ein Frauencafé werden angeboten. Für Sportangebote steht die neu renovierte Turnhalle zur Verfügung, darüber hinaus gibt es weitere Spiel- und Aufenthaltsangebote, unter anderen das Spielmobil der DRK für Kinder und für Jugendliche. Für die freie Internetnutzung ist WLan eingerichtet, um den Kontakt zu der Familie und die Heimat zu ermöglichen. „Man darf diese sozialen Komponenten bei der Unterbringung der Flüchtlinge nicht vernachlässigen. Die Menschen hier sind zum Warten verdammt“, sagte Ochtrup, „Bewegung und gute Verpflegung bewirken da viel.“

Bei Problemen und Beschwerden können sich die Menschen an die unabhängigen Beratungsstellen von Diakonie und der AWO OWL wenden. Christian Dahm lobte im Gespräch die Führung der ZUE. Die Einrichtung habe sich gut in das Umfeld integriert. „Es fällt nicht auf, dass sich zur Zeit 500 Personen auf dem Gelände aufhalten. Die anfänglichen Sorgen der Menschen hätten sich nicht bestätigt“, betonte Christian Dahm.

Angesprochen wurde auch die tarifliche Situation der beschäftigten Fachkräfte in der Kaserne. Momentan arbeiten etwa 60 hauptamtliche Mitarbeiter; dazu kommen noch ehrenamtlich Tätige. „Unsere Beschäftigten werden ihren Qualifikationen entsprechend bezahlt“, erläuterte Ingo Ochtrup, „Wir machen einen schwierigen Job hier. Um da die Motivation der Mitarbeiter aufrechtzuerhalten, braucht es eine gute Bezahlung“, sagte Ingo Ochtrup.

Sorgen bereitet dem Einrichtungsleiter die medizinische Versorgung der Flüchtlinge „Es ist schwer, Termine bei ortsansässigen Ärzten zu erhalten.“ Die Unterbringungseinrichtung verfügt zwar über eine Sanitätsstation mit zwei Krankenschwestern; außerdem bietet ein Arzt ehrenamtlich regelmäßige Sprechstunden an, das reicht jedoch nicht. „Um eine gute medizinische Versorgung sicherstellen, müssten wir jedoch auf ein Netzwerk von Ärzten zurückgreifen können“, ergänzte Oliver Wiebe Janzen. Daher wäre es hilfreich, wenn sich weitere Ärzte für die medizinische Versorgung in der Einrichtung finden würden. „Ich nehme das zum Anlass, mit dem Landrat und dem Gesundheitsamt des Kreises diese Problematik zu erörtern“, erklärte Christian Dahm.

Im Anschluss an das Gespräch konnte Christian Dahm sich bei einen Rundgang über das Gelände ein Bild von der Einrichtung und der Arbeit vor Ort machen.

Zurück