»Die Kinder sind die Gewinner«

von Katharina Brand-Parteck

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann besucht die Weser-Sekundarschule – Raumbedarf für Weiterentwicklung

Von Joachim Burek

Vlotho(VZ). Der Stapellauf der Weser-Sekundarschule ist genau drei Jahre her. Inzwischen ist das Schiff hochseetauglich. Doch es braucht die Chance, sich weiterzuentwickeln. Diese Botschaft – in eine maritime Metapher gekleidet – haben Schulleiterin Barbara Herbeck und Konrektor Thomas Nolte Schulministerin Sylvia Löhrmann mit auf den Weg gegeben. Am Freitag machte die Ministerin auf ihrer Reise durch den Kreis Herford Station in Vlotho.

Nach der Begrüßung durch Schulleiterin Barbara Herbeck hatte Konrektor Thomas Nolte in seinem Vortrag zunächst die Zahlen für die Erfolgsgeschichte Weser-Sekundarschule genannt. Im August 2012 mit 92 Schülern gestartet, ist die Schule inzwischen durchgängig dreizügig. Unterrichtet werden bisher 341 Schüler in den Jahrgängen 5 bis 8 von insgesamt 31 Lehrerinnen und Lehrern. Thomas Nolte: »Sowohl bei Planung und Gründung, als auch in den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, dabei alle drei Schulen ins Boot zu holen. Die Entwicklung der Weser-Sekundarschule wie auch das Auslaufen von Real- und Hauptschule geschieht dabei Hand in Hand ebenso wie die Kooperation mit dem Weser-Gymnasium.«

Gleichwohl gebe es durch die steigenden Schülerzahlen und den Ganztag Handlungsdruck. Zum einen reiche die Kapazität der Mensa nicht mehr aus und auch die Lehrer brauchten im Ganztag eigene Arbeitsplätze für Unterrichtsvor- und -nachbereitung. Die Aufgaben des inklusiven Unterrichts- und ganz aktuell der Integration von Flüchtlingskindern schaffe zusätzliche Belastungen. Unter anderem hätten die Klassen bald ihr Aufnahmelimit erreicht.

Bürgermeister Bernd Stute als Vertreter des Schulträgers teilte bei dieser Gelegenheit mit, dass noch in den nächsten Tagen ein Ausbaukonzept für die Schule in die Fraktionsberatungen gehe.

Zu Beginn des Empfangs von Ministerin Löhrmann, die auf Einladung der SPD-Landtagsabgeordneten Christian Dahm und Angela Lück die einzige Sekundarschule im Kreis besuchte, hatte Schulleiterin Barbara Herbeck einen Rückblick auf die Entwicklungsgeschichte der Weser-Sekundarschule gegeben. »Wir blicken mit Stolz auf die drei Jahre des Aufbaus zurück. Denn begleitet von unserem Leitbild ›Für uns ist jedes Kind einzigartig‹, hat das Kollegium zentrale Grundsteine für die Entwicklung unserer Schule und die Unterrichtsqualität gelegt.« Darüber hinaus werde die Schule von den Eltern als Ort des gemeinsamen längeren Lernens akzeptiert. Das Ziel, eine Schulform anzubieten, die weiterhin den Zugang zu allen Bildungsgängen in Vlotho ermöglicht, sei umgesetzt.

Nach einem Begrüßungsständchen, das die Klasse 6b unter Leitung von Lehrerin Saskia Krisse brachte, hob Ministerin Löhrmann in ihrem Grußwort die Zielsetzung des in NRW gefassten Schulkonsenses hervor. »Die neuen Schulformen sind keine Verordnungen. Wir wollen nur Empfehlungen geben und die Rahmenbedingungen garantieren. Denn die Kinder stehen im Mittelpunkt. Sie sollen die Gewinner sein«, sagte sie. Auch hier sprächen die Zahlen für sich. 2012 waren es noch 12 Gemeinschafts- oder Sekundarschulen, jetzt zeige die Landkarte 220 neue Schulen. Löhrmann: »Unser Ziel ist es, das Gute aus allen Schulformen in einer Schule zusammenzuführen. Gerade im ländlichen Raum haben sich daher viele Kommunen für die Sekundarschule entschieden.« Abschließend dankte sie den Verantwortlichen in Vlotho und insbesondere dem Schulteam für die »besondere Leistung, eine neue Schule aufzubauen«.

Nach dem anschließenden Schulrundgang mit dem Besuch einiger Klassen, unter anderem eines Deutsch-Sprachförderkurses, machte sich die Ministerin auf den Weg nach Löhne, wo sie das Berufskolleg besuchte.

 

Westfalen-Blatt Vlotho, 15.08.2015

 

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