Container sollen Anbau weichen

von Katharina Brand-Parteck

Land fördert Maßnahme an der Obering Schule mit 2,8 Millionen Euro

 

 

Herford (HK). Eigentlich sollte es nur eine Übergangslösung, eine schnelle Hilfe in den Monaten sein, in denen besonders viele Zuwanderer im Quartier untergebracht worden sind. Mittlerweile stehen die Container auf dem Hof der Grundschule Obering seit etwa zwei Jahren und werden nach wie vor für den Unterricht genutzt.

Im vergangenen Herbst ist sogar noch ein Stockwerk draufgesetzt worden. Jetzt soll die Schule vom Landesprogramm »Gute Schule 2020« profitieren, für das Nordrhein-Westfalen über einen Zeitraum von vier Jahren zwei Milliarden Euro zur Verfügung stellt. Bei einer Ortsbegehung machte der Landtagsabgeordnete Christian Dahm sich jetzt gemeinsam mit Bürgermeister Tim Kähler und dem ersten Beigeordneten Dr. Peter Böhm ein Bild von der derzeitigen Situation an der Bildungseinrichtung.

Die Behelfsklassenräume mit federndem Fußboden, schlechter Wärmeregulierung und unzureichendem Platzangebot zeigten nur zu deutlich, wie wichtig und richtig diese schnelle und unbürokratische Hilfe für die Kommunen sei, so Christian Dahm. »Wir wollen Schulen fit für die Zukunft machen und fördern mit dem Paket An- und Umbaumaßnahmen, Toilettenanlagen, Lehrerräume und nicht zuletzt die Digitalisierung der Schulen«, so Dahm. 25 Millionen Euro gingen insgesamt an den Kreis, 5,5 Millionen davon an die Stadt Herford. Auf den Anbau der Grundschule entfallen dabei etwa 2,8 Millionen. Dies ist in den Augen von Schulleiterin Annette Sliwinski nicht nur aus platztechnischen Gründen dringend erforderlich, sondern sorge auch dafür, den Schulstandort weiterhin attraktiv zu halten und eine soziale Ausgewogenheit zu gewährleisten.

Auch andere Bildungseinrichtungen der Stadt sollen von den Landesgeldern profitieren. Bürgermeister Tim Kähler freut’s: »Zur Zeit sind die Kinder in den Containern eher schlecht als recht untergebracht. Für uns als Kommune bedeutet ›Gute Schule 2020‹ Handlungsspielraum und schnellere Abwicklung.« Trotzdem müsse man sich noch ein wenig in Geduld üben, räumte Uwe Werner, Leiter der Abteilung Tiefbau bei der Stadtverwaltung, ein. Öffentliche Ausschreibungen seien zeitintensiv und bis zur Fertigstellung des Baus mit acht Räumen und Toiletten sei in etwa eineinhalb Jahren zu rechnen.

Weitere Gesprächsthemen des Besuchs waren die Situation der offenen Ganztagsbetreuung, die Problematik der inklusiven Beschulung bei akutem Personalmangel und die Wichtigkeit von Sozialarbeitern an Schulen als niederschwelliges Angebot für Eltern und Schüler.

 

Text: Westfalen-Blatt Herford, 25.03.17

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